You can count on me

D: Laura Linney, Mark Ruffalo, Rory Culkin, Matthew Broderick, R: Kenneth Lonergan

Es muss nicht immer Action sein - "You can count on me" erzählt einfach eine Geschichte aus dem Leben, die den Kinogänger berührt.

Wann hat Sie zuletzt ein Kinofilm wirklich berührt? Nein, Schnulzen zählen nicht, denn zwanghaft herbeigeschriebener Hollywood-Kitsch, wie er einen von allen Seiten verfolgt, ist vielleicht für den Moment und die Taschentuch-Industrie, brauchen tut ihn aber kaum jemand, und lange im Gedächtnis bleiben solche Streifen auch nicht. Berühren heißt, ohne Action und Effekte zu fesseln, einen leise schlucken zu lassen und auch nach dem Film noch in den Gedankengängen zu rotieren.

"You can count on me" gelingt genau dieses. Dramatisch geht es los. Bruder und Schwester stehen plötzlich ohne Eltern da, als diese bei einem Autounfall ums Leben kommen. Zusammen schlagen sie sich durch, bis sich irgendwann die Wege trennen. Sie, Sammy (Laura Linney wurde für ihre großartige Verkörperung zu Recht für einen Oscar nominiert), wohnt immer noch in der alten Kleinstadt-Öde. Er, Terry (Mark Ruffalo, ebenfalls beeindruckend), zieht durch die Lande, von Stadt zu Stadt, Frau zu Frau, lebt dabei im Chaos und landet trotz seiner liebenswerten Art nach Schlägereien auch mal im Knast.

Irgendwann braucht Terry Geld und besucht Sammy, inzwischen allein erziehende Mutter, wobei er sich mit ihrem achtjährigen Sohn Rudy (Rory Culkin) anfreundet. Nicht alles, was sich zwischen beiden entwickelt, gefällt Sammy, und da sie plötzlich auch noch eine Affäre mit ihrem neuen Chef (Matthew Broderick) anfängt, kehrt ungewohnte Unruhe in ihr Leben ein.

Theaterregisseur Kenneth Lonergan versteht es, sein eigenes Drehbuch so umzusetzen, dass es realistisch wirkt und einen bewegt. Wenn man das Kino dann verlässt, denkt man über die eigene Familie, Fehler im Leben und vieles mehr nach. Absoluter Tipp!

Wertung: 10 von 10 Punkten

(Tobi)