Zurück zu dir

D: David Duchovny, Minnie Driver, Carroll O'Connor, R: Bonnie Hunt, 116 Min.

Wie verpackt man eine typische Hollywood-Liebesgeschichte so, dass sie trotzdem einfach nur gefällt? "Zurück zu dir" liefert die Antwort. Der Architekt Bob (Akte X-Star David Duchovny) ist mit seiner Frau Elizabeth (Joely Richardson), einer Zoologin, mehr als glücklich - bis sie durch einen Autounfall ums Leben kommt. Bob ist völlig fertig und tröstet sich mit Arbeit, vor allem an einem Projekt, das seiner Frau sehr am Herzen lag und das er nun für sie realisieren möchte, eine Neugestaltung und Erweiterung des Affengeheges im Lincoln Park Zoo. Freunde wie Charlie (David Allen Grier) versuchen unterdessen, den nun bereits seit einem Jahr zurückgezogen lebenden Bob wieder ins normale Leben zurück zu führen, auch anderen Frauen gegenüber zugänglicher zu machen - ohne Erfolg. Soweit ein Handlungsstrang. Im zweiten lernt man die Kellnerin Grace (Minnie Driver) kennen, die seit Jahren auf ein Spenderherz wartet, um der Angst vor einer angeborenen Herzkrankheit entfliehen zu können, zurück ins Leben. Richtig geraten, sie bekommt das Organ von Elizabeth und blüht wieder voll auf, kein Wunder, lebt sie doch in einem besonderen Umfeld. Da wäre das Restaurant, in dem sie arbeitet und über dem sie wohnt, "O'Reillys", das beste und vielleicht einzige mit irisch-italienischer Küche. Da wäre der Restaurantbesitzer Marty O'Reilly, ihr Großvater, der mit viel Liebe und Warmherzigkeit den Betrieb führt, unterstützt vom italienischen Onkel Angelo (Robert Loggia), einem ebenso liebevollen Original. Komplettiert wird die witzige, niedliche Seniorenrunde von Emmet (Eddie Jones), Wally (William Bronder) und Sophie (Marianne Muellerleile). Allesamt sorgen sie sich um Grace und tun das Möglichste, ihr die Zeit zu verschönern. Schließlich wäre da noch Graces beste Freundin Megan (Bonnie Hunt, Regisseurin des Films) mit ihrem aufschneiderischen Proletenmann Joe (einfach köstlich: James Belushi) und ihren fünf hyperaktiven Kindern. Natürlich kreuzen sich die Wege von Grace und Bob, ohne dass sie anfangs wissen, dass Elizabeths Herz sie verbindet. Es entsteht trotz Bobs anfänglicher Scheu eine nette Romanze, stets beobachtet und auf liebste Weise vorangebtrieben durch die Alten um Großvater O'Reilly. Aus, Schluss, Happy End? Nein, so einfach ist dies alles nicht - als Bob von der Transplantation erfährt, kommt es zum Bruch...
Bonnie Hunt hat mit ihrem Regiedebüt, wo sie neben Regie und Schauspiel auch noch den Part der Co-Autorin ausfüllte, eine Liebeserklärung an das Leben geschaffen, durch eine Geschichte zweier völlig verschiedener Menschen im Kampf mit Tod, Schmerz und ihrem Schicksal, jedoch nie zu dramatisch dargestellt. Im Gegenteil, der Streifen blüht nur so vor Charme, Warmherzigkeit und Lebensgefühl, vor allem in den Restaurant-Szenen mit dem Oldie-Clan. So gelang es ihr, die Story fast ohne Kitsch und Duselei zielsicher in Szene zu setzen, durch und durch besetzt mit überzeugenden Darstellern, so dass man es sicher nicht bereut, sich "Zurück zu dir" angeschaut zu haben.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)