PROBLEME BEIM FLUG
Im Flugzeug gibt es einiges, was man als Urlauber hinnehmen muss - knappe Beinfreiheit, ein Platz zu nah am bzw. im Raucherbereich, evtl. schlecht schmeckendes Essen. Aber nicht alles, was einem passieren kann, sollte man unter den Tisch fallen lassen. Verschiebt sich beispielsweise die Abflugzeit um mehr als vier Stunden nach hinten, so kann man unter Umständen Anspruch auf eine geringe Reisekostenminderung haben. Ähnlich ist es bei Flugumständen, die von der Normalität gravierend abweichen. Dies kann die Verpflegung, die Ausstattung der gebuchten Flugklasse oder auch die gebotene Unterhaltung an Bord betreffen. Man sollte sich bestmöglich von den Flugbegleitern den Mangel schriftlich bestätigen lassen. Normalerweise sollte man meinen, dass es zur Kundenbindung von Reise- bzw. Fluggesellschaften gehört, Beschwerden kulant zu behandeln und lieber eine kleine Entschädigung zu zahlen, statt den Reisenden an andere Gesellschaften zu verlieren, aber dem ist leider nicht immer so. Aktuell erlebtes Beispiel: Als wir (zwei Personen) zum Abschluss einer über Air Marin gebuchten Kuba-Reise im Herbst 2003 mit Thomas Cook Airlines zurück nach Deutschland flogen, funktionierte in ca. zehn Reihen der Mittelplätze das Licht über dem Sitz nicht, außerdem war über die Bord-Entertainment-Anlage kein Ton hörbar. Was also macht man als Person, die im Flugzeug nicht schlafen kann, bei einem Nachtflug, wenn man auf Grund der Dunkelheit nicht lesen und den Ton der Videofilme nicht hören kann? Man ärgert sich, Stunde um Stunde. Als wir uns nach der Reise schriftlich beschwerten, da schreib man uns zuerst, dass man sich um die Beschwerde kümmern würde. Einige Wochen später kam ein Entschuldigungsschreiben - mehr nicht, trotz des hohen Reisepreises. Sicher regeln einige Gesellschaften dies geschickter, denn den Kunden zu verärgern oder gar zum Anwalt zu treiben, kann ja gerade in einer Zeit, in der die Reisebranche nicht gerade boomt, nicht das Ziel sein.
FEHLGELEITETES GEPÄCK
Steht man an der Gepäckausgabe als Letzter und das Band stoppt, ohne dass der eigene Koffer einem begegnet ist, so ist die Chance groß, dass er in einem anderen Flugzeug auf dem Weg zu einem weit entfernten Ziel verstaut wurde. Was nun? Zuerst einmal muss man sich natürlich an die betreffende "Lost & Found"-Stelle des Flughafens wenden, um den Verlust zu melden und eine Nachforschung in die Wege zu leiten. Man sollte auf jeden Fall Ruhe bewahren, denn auch Lauteste Unmutsäußerungen werden das vermisste Gepäckstück nicht wieder herbei zaubern. Zumeist wird einem der Koffer am Folgetag zum Aufenthaltsort gebracht - und auch wenn man ihn natürlich lieber sofort bei sich gehabt hätte, so sollte man Mühe einer Reise- oder Fluggesellschaft anerkennen. Oftmals ist es so, dass diese sich kulant zeigen und pro Tag eine kleine Entschädigungssumme anbieten, oder auch mal Gutschriften von Gratismeilen oder ähnlichem für Teilnehmer an Bonus-Programmen. Bleibt das Gepäck während des gesamten Urlaubs fern, so kann man auf eine Erstattung von 20% bis 25% hoffen. Wie immer ist es wichtig, dass man etwas Schriftliches in der Hand hat, ansonsten hat man schlechte Karten.
BESCHÄDIGTES GEPÄCK
Hat man seinen Koffer in gesunder Verfassung aufgegeben und erhält ihn nach dem Flug kaputt zurück, so hat man Anspruch auf Schadensersatz. Zumeist handelt es sich um Löcher oder Risse in Textil-Koffern oder Bruchschäden an Hartschalenkoffern. Wichtig ist, den Schaden direkt am Flughafen zu melden und sich schriftlich bestätigen zu lassen. Die Verfahrensweise der meisten Fluggesellschaften sieht vor, dass man nach Meldung des Schadens gebeten wird, ein Gutachten einzuholen. Hierfür gibt es bestimmte Gepäck-Geschäfte, Kofferhäuser oder Ähnliches. Bitte unbedingt absprechen, wo man das Gutachten einholt, damit man auch die Sicherheit hat, dass es anerkannt wird. Ein Gutachten kostet etwa 20 Euro. Um Wiederholungsgefahr auszuschließen, wird das Gepäckstück heutzutage zumeist vom Gutachter einbehalten. Das Gutachten schickt man nun zusammen mit der Quittung desselben an die Fluggesellschaft (Kopien aufheben). Diese gleicht den Schaden aus - aber bei einem alten Koffer erhält man natürlich nicht den Neupreis, sondern den Zeitwert. Generell aber zeigen sich die Fluggesellschaften hier sehr fair, Probleme gibt es nur ganz selten.
PROBLEME AM URLAUBSORT
Als Urlauber ist man mit dem Gebuchten sicherlich nicht immer voll zufrieden. Oft sind es Kleinigkeiten, die einen grummeln lassen, manchmal aber auch Mängel, die durchaus eine Minderung des Reisepreises verursachen können. Man sollte sich aber gut überlegen, ob man nicht vielleicht etwas im Prospekt übersehen hat. Das beste Beispiel sind Plastikarmbänder im All Inclusive Club, über die sich immer wieder Urlauber aufregen, nur weil sie sich den Prospekt nicht genau durchgelesen haben, denn fast immer wird auf die Tragepflicht hingewiesen. Zurück zum begründeten Ärgernis. Das Wichtigste ist, dass man nach der Reise den Mangel belegen kann. Zum einen sollte man ihn sich von der Reiseleitung schriftlich bestätigen lassen, zum anderen am besten Beweisfotos oder -videos aufnehmen. Die Höhe einer möglichen Rückerstattung richtet sich nach der Art des Mangels. Einen Anhaltspunkt gibt die sogenannte "Frankfurter Tabelle", die vom Frankfurter Landgericht zur Berechnung von Reisepreisminderungen angewendet wird. Die Tabelle findet man im Internet an verschiedenen Stellen, z.B. auf den Seiten von rechtspraxis.de - einfach hier klicken.