COLOSSEUM
Erfinder:  W. Kramer und M. Lübke
Verlag:  Days Of Wonder
Erstveröffentlichung:  2007
Anzahl der Spieler:  3-5
Alter der Mitspieler:  ab 10 Jahren
Spieldauer:  60-90 Minuten
Unverb. Preisempf.:  45,00 Euro
Website zum Spiel:  www.colosseumgame.com
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Spielidee / Packungstext
 
Zur Feier der Einweihung des Colosseums lässt Kaiser Titus besonders prächtige Spiele in Rom veranstalten: 99 Tage mit den großartigsten Spektakeln, die das Reich je erlebt hat. Zehntausende strömen herbei - begierig, hunderte Gladiatoren kämpfend zu sehen ... seltene und exotische Tiere in der Arena ... sowie die allerbesten Musiker und Schauspieler, die es damals gab.

Als Meister der Unterhaltung haben Sie sich Ihr ganzes Leben lang auf diesen Augenblick vorbereitet. Titus selbst hat in der Kaiserloge Platz genommen. Auf sein Zeichen hin wird das Abschlussspektakel beginnen. Nun sind aller Augen auf Sie gerichtet ...

Bei "Colosseum" spielen Sie einen römischen Impresario. Mit großen Veranstaltungen in Ihrer Arena versuchen Sie, die meisten Zuschauer für Ihre Darbietungen zu begeistern. Für jede Ihrer Veranstaltungen winken Ihnen Reichtum und Ruhm, und diese nutzen Sie wiederum, um immer ehrgeizigere Projekte zu verwirklichen. Wer die meisten Zuschauer zu einer Veranstaltung locken kann, erhält den Titel Großer Impresario. Im ganzen Reich wird man noch lange voller Bewunderung über seine außerordentlichen Schauspiele sprechen.
 
Spielablauf
 
Die Vorbereitung ist nur beim ersten Spielen etwas zeitaufwändiger mit Ausstanzen der Plättchen und Zurechtfinden. Das Spielbrett wird in der Tischmitte aufgeklappt, die Münzen werden als Spielbank ebenso daneben gelegt wie die Podien, Kaiser-Medaillen, Star-Karten, zwei Würfel, Arena-Erweiterungen, Kaiserlogen und Luxusplätze. Jeder Spieler wählt eine Farbe für sich und erhält eine Übersichtstafel, seinen Rekordstein sowie zwei Arena-Bauteile seiner Farbe, zudem Münzen im Wert von 30. Dann positioniert jeder seinen Rekordstein auf dem Startfeld der Wertungsleiste am Rand des Spielbretts. Auch die Figuren für die Adligen (den Kaiser, die zwei Konsuln und die drei Senatoren) werden auf ihre Startposition gestellt, von der aus sie sich später auf quadratischen Feldern fortbewegen. Die grünen Spektakelplättchen werden gemischt und jeweils drei von ihnen offen auf jeden der fünf Märkte in der Mitte des Spielbretts gelegt. Dann werden je nach Anzahl der Spieler zwischen fünf und acht grüne Spektakelplättchen an jeden Spieler ausgeteilt, die er offen neben seine Münzen legt. Die orangefarbenen Spektakelplättchen kommen in den Aufbewahrungsbeutel (bzw. sind nach dem ersten Spielen hier schon drin), der neben das Spielbrett gelegt wird. Die Anfangsstellung der Arenen der einzelnen Spieler wird auf das Spielbrett gelegt - die Position wird hierbei durch die Anzahl der Spieler bestimmt, da die Entfernung zwischen allen Arenen gleich groß sein soll. Dann erhält jeder Spieler zwei der Programmkarten, eine mit einer Ziffern zwischen 1 und 5, eine zwischen 6 und 10. Die Karten legt er offen neben seine Münzen und Spektakelplättchen. Die Programmkarten 11 bis 30 werden gemäß ihrer Ziffer sortiert und in zwei Stapeln (21-30 sind länger) neben das Spielbrett gelegt. Schließlich wird noch der Rundenzähler auf das erste Feld der Zeitleiste gelegt, und dann kann das Spiel beginnen.


Ziel des Spiels ist es, durch möglichst außergewöhnliche Aufführungen die meisten Besucher in die Arena zu locken, denn diese bringen nicht nur Ruhm, sondern auch Geld für weitere Spektakel mit Gladiatoren, Löwen oder Pferden. Um mehr Zuschauer zu erlangen, muss man jedoch auch seine Arena vergrößern, die dann auch Luxusplätze und Kaiserlogen bieten kann. Bis zu fünf Darbietungen darf jeder Spieler veranstalten, und wer am Ende am meisten Besucher zu einer Veranstaltung locken konnte, ist der Sieger.

Fünf Runden werden gespielt, wobei jede Runde aus fünf Phasen besteht, die der Spieler wahrnehmen oder auch auslassen kann. Der Ablauf ist allerdings nicht so, dass Spieler 1 alle Phasen durchläuft und danach Spieler zwei, nein, der Spieler, der an der Reihe ist, eröffnet Phase 1, die dann reihum von allen Spielern gespielt wird, bevor er Phase zwei eröffnet, die von allen gespielt wird - und so geht es weiter, bis Phase fünf von allen gespielt wurde. Dann beginnt die nächste Runde, in der natürlich der nächste Spieler immer als erster die Phasen spielen darf. Die fünf Phasen sind im Einzelnen: 1) Investieren: Der Spieler kann von seinem Geld entweder eine neue Programmkarte kaufen (neue Veranstaltungsmöglichkeit), seine Arena erweitern (damit mehr Platz für Adelige und größere Veranstaltungen vorhanden ist), einen Luxusplatz einrichten (der fünf weitere Zuschauer bringt) oder eine Kaiserloge bauen (man darf nun zwei statt einem Würfel nutzen beim Aufführen - siehe 4).
2) Spektakelplättchen erwerben: Der Spieler kann einen der fünf Märkte aussuchen und eine Auktion für die drei Spektakelplättchen des Marktes eröffnen (Mindestwert von 8). Jeder Spieler muss nun reihum mehr bieten, wenn er auch an den Spektakelplättchen interessiert ist, bis nur noch der Meistbietende übrig bleibt, der dann die Plättchen erworben hat, in den nächsten Auktionen dieser Runde allerdings nicht mehr mitbieten darf. Für die ersteigerten Plättchen werden neue auf den Markt gelegt.
3) Mit Spektakelplättchen handeln: Der Spieler kann mit jedem seiner Mitspieler handeln, d.h. ihm seine Spektakelplättchen für einen bestimmten Geldbetrag offerieren, ihm Geld für eines seiner Spektakelplättchen anbieten oder einen Tausch vorschlagen.
4) Veranstaltung aufführen: Jede Darbietung setzt sich aus drei Aktionen zusammen. Zuerst wird gewürfelt und entsprechend der Zahl ein Adliger bewegt - nutzt man zwei Würfel, kann man einen Adligen um die Summer der Zahlen oder zwei Adlige gemäß der einzelnen Würfel bewegen. Kommt ein Adliger auf einem der Ruhefelder (den Startpositionen der Adligen) zu stehen, erhält der Spieler eine Kaiser-Medaille. Danach wird das Schauspiel aufgeführt. Hierfür wählt der Spieler eine seiner Programmkarten - auf dieser findet er auch die Angabe, ob seine Arena überhaupt groß genug ist für dieses Spektakel. Für jede Aufführung ist eine benötigte Anzahl verschiedener Spektakelplättchen angegeben - nur wenn man alle besitzt, hat die Aufführung vollen Wert. Schließlich wird gemäß den Angaben auf der Programmkarte, der Arenaaustattung, der Anwesenheit von Adligen und der Verwendung einer Kaiser-Medaille die Anzahl der Zuschauer berechnet und der Rekordstein bei neuer Höchstbesucherzahl entsprechend neu positioniert.
5) Abschlusszeremonie: Der Spieler mit dem höchsten Punktestand erhält ein Podium, welches er in seiner Arena platziert. Dann wird ein Spektakelplättchen aus Verschleißgründen abgegeben und der Spieler mit der schlechtesten Rekordzahl erhält vom Rekordhalter ein Spektakelplättchen nach Wunsch.

In der letzten Runde fällt Phase 5 weg. Wer nun den Rekord hält, hat gewonnen. Bei Gleichstand entscheidet der Geldvorrat, bei weiterem Gleichstand die Anzahl der Star-Karten.
 
Meinung
 
Der Spaß beginnt eigentlich schon beim Ausstanzen der vielen verschiedenen Plättchen, die für das Spiel benötigt werden, aus nicht weniger als zehn großen Papptafeln - denn diese Plättchen sind wieder mal optimal zum Thema passend schön gestaltet worden, ob Kaiserlogen, Arena, Kaiser-Medaillen, Münzen, Star-Karten oder Spektakelplättchen. Das Spiel selbst enttäuscht dann aber auch nicht. Beim ersten Spielen muss man sich noch etwas orientieren, bevor man zu taktieren beginnt, dann aber kommt man recht schnell dazu, weiterblickend zu denken und strategischer an die Sache heran zu gehen. So weiß man dann, welche Investition sich am Anfang mehr lohnt und welche weniger und ob man seine Spektakelplättchen nur für die erste Veranstaltung sammelt oder direkt weiter plant - denn dank einer Übersichtskarte weiß man, welche Veranstaltung wie viele Kärtchen verschiedener Sorten erfordert. So sammelt man dann doch bald für eine größere Veranstaltung und muss schauen, dass man diese Programmkarte dann auch erwirbt, bevor es jemand anderes tut. Parallel versucht man natürlich, so viele Star-Karten (für die größte Anzahl gleicher Spektakelplättchen einiger Sorten gibt es diese) und Kaiser-Medaillen (die man zu verschiedenen Zwecken nutzen kann) wie möglich zu sammeln, was einem vor allem in der letzten Runde, in der man normalerweise die meisten Zuschauer in die Arena lockt, zugute kommt. Keine Frage, mit "Colosseum" liegt ein weiteres tolles Gesellschaftsspiel aus dem Hause Days of Wonder vor, welches sehr viel Spaß bereitet und bei dem man gut seine Strategien verbessern kann, was aber natürlich auch die Mitspieler tun - somit bleibt es bis zum Schluss spannend.




(Tobi)