RISIKO DELUXE (Neuauflage)
Verlag:  Parker (Hasbro)
Erstveröffentlichung:  2008
Anzahl der Spieler:  3-5
Alter der Mitspieler:  ab 12 Jahren
Spieldauer:  60-90 Minuten
Unverb. Preisempf.:  44,99 Euro
Spiel-Website:  www.risiko-spiel.de
Kaufen:  
 
Spielidee / Packungstext
 
Der Packungstext ist minimalistisch gehalten: "Treffen Sie Entscheidungen. Behalten Sie die Nerven. Zeigen Sie Ihr taktisches Genie." und "Wählen Sie Ihre Strategie. Machen Sie sich bereit. Haben Sie das Zeug, um zu gewinnen?"

Wer den Klassiker Risiko kennt, der findet hier eine abgewandelte Version vor. Gespielt wird nach wie vor auf einer Weltkarte, auf der 42 verschiedene Gebiete in sechs Kontinenten markiert sind, mal Länder (Indien, Madagaskar, Japan), zumeist aber aus heutiger Sicht länderübergreifend (Millerer Osten, Weststaaten, Nordeurope). Ziel des Spiels es, als erster drei vorgegebene Missionen zu erfüllen und die eigene Hauptstadt hierbei auch zu kontrollieren.
 
Spielablauf
 
In Gegensatz zum Klassiker gibt es nun pro Spieler eine Hauptstadt, es gibt generell Städte, und es gibt keine Soldaten (Infanterie), Reiter (Kavallerie) oder Kanonen (Artillerie) pro Spielerfarbe mehr, sondern Truppen in Form von Pfeilen, die eine Stärke von ein bis drei Einheiten repräsentieren. Eine weitere Neuerung ist, dass man als Spieler nicht mehr eine geheime Mission erfüllen oder die ganze Welt befreien muss (es sei denn, man einigt sich auf letztere Variante), sondern drei von acht offen ausliegende Missionen zu erledigen hat, wobei es sich um vier leichtere Grundmissionen (z.B. "8 Städte kontrollieren" oder "Europa kontrollieren") und vier schwierigere Sondermissionen (z.B. "10 Gebiete in 1 Zug erobern" oder "2 Kontinente kontrollieren") handelt.


Zwei Spielvarianten sind zu unterscheiden. In der "Grundausbildung" sind die acht Missionen ebenso festgelegt wie die Verteilung der Gebiete, Einheiten und Hauptstädte an die Spieler, und auch die Standorte der übrigen Städte kann man der Spielregelkarte "Ausbildung" entnehmen. In der Spielvariante "Kommandozentrale" ziehen die Spieler die vier Grund- und vier Sondermissionen vom gemischten Stapel, die Städte werden zufällig platziert, die Belohnungen werden in zufälliger Reihenfolge bestimmt, die Gebiete werden nach und nach reihum mittels Belegung mit Truppenpfeilen von den Spielern besetzt, und man verteilt dann zur Verstärkung von Gebieten den Rest seiner Starteinheiten auf selbige. Für jede erfüllte Mission gibt es eine Belohnung, die einem einen Spielvorteil verschafft (z.B. einen zusätzlichen Angriffswürfel oder einen Flugplatz, der einem die Würfelergebnisse um ein Auge erhöht). Ansonsten wird genauso gespielt wie in der Grundausbildung.

Zu Beginn jedes Zuges erhält man eine gewisse Anzahl an Einheiten zur Verstärkung, die sich danach berechnet, wie viele Gebiete und Städte man besetzt, ob man einen Kontinent vollständig in seiner Macht hat und wie viele Hauptstädte man kontrolliert. Zusätzlich kann man evtl. Zusatzeinheiten erhalten, indem man Karten eintauscht. Die Verstärkungen verteilt man beliebig auf die besetzten Gebiete. Dann greift man von einem Gebiet ein benachbartes welches an - ein Angriff wird ausgewürfelt, mit bis zu drei Angriffswürfeln und einem oder zwei Verteidigungswürfeln. Jeder Würfel steht für eine Einheit, und da man immer mindestens eine Einheit auf einem Gebiet stehen haben muss, darf man nicht von dort angreifen, wo man nur eine hat. Jeder Würfel zählt für sich, wobei die höchsten Augenzahlen aneinander gemessen werden, dann die zweithöchsten. Hat der Angreifer-Würfel mehr Augen, so verliert der Verteidiger eine Einheit im angegriffenen Land. Zeigt der Würfel des Verteigigers eine höhere oder gleiche Zahl, so verliert der Angreifer im Gebiet, von dem aus er angreift, eine Einheit. Nach jeder Angriffsrunde entscheidet der Angreifer, ob er weiter angreifen will, vielleicht woanders angreifen will oder den Zug beendet. Hat man alle Einheiten im angegriffenen Gebiet eines Gegners besiegt, so zieht man mit mindestens der Anzahl Einheiten, mit der man angegriffen hat, ins eroberte (befreite) Gebiet - hierbei kann man auch mehr Einheiten ins neue Gebiet ziehen, so lange eine Einheit mindestens zurück bleibt. Wenn man möchte kann man nun weiter woanders angreifen. Ist man mit seinen Angriffen fertig, so schaut man, ob man eine offen liegende Mission erfüllt hat - falls ja, nimmt man sich die Missionskarte und den anderen Spielern bleibt nun eine Mission weniger zur Auswahl, die sie erfüllen können. Hat man gleich mehrere Missionen erfüllt, sucht man sich eine hiervon aus, die andere Karte verbleibt auf dem Spielplan. Zum Schluss des Zugs darf man, wenn man will, noch Truppen aus genau einem Gebiet in ein eigenes angrenzendes (manchmal sind Gebiete auch per Seeweg verbunden, was dann genauso zählt wie eine direkte Grenze) Gebiet bewegen. Wenn man mindestens ein gegnerisches Gebiet erobert und keine Mission erfüllt hat, zieht man dann eine Gebietskarte vom verdeckten Stapel. Mit diesen Karten kann man am Beginn des Zugs die Truppen verstärken, wenn man genug hierfür zusammen hat. Dann ist reihum der nächste Spieler an der Reihe, bis jemand drei Missionen erfüllt hat, hierbei seine Hauptstadt kontrolliert und somit gewinnt.
 
Meinung
 
Der Klassiker "Risiko" ist eines des besten Strategiespiele und ein Dauerbrenner an Spieleabenden. Diese neue Variante ist durch die Offenlegung der Missionen schon völlig anders, dazu kommen noch die Städte, Hauptstädte und Belohnungen. Dadurch wird das Ganze etwas transparenter, aber nicht unbedingt einfacher, selbst wenn man nun besser einschätzen kann, wie nah ein Gegner am Sieg ist. Eine gelungene Alternative zum Klassiker, bei der man ja dann selbst entscheiden kann, ob man lieber die moderne Variante spielt oder die altbekannte.




(Tobi)