ZOOLORETTO
Erfinder:  Michael Schacht
Verlag:  AbacusSpiele
Erstveröffentlichung:  2007
Anzahl der Spieler:  2-5
Alter der Mitspieler:  ab 8 Jahren
Spieldauer:  45 Minuten
Unverb. Preisempf.:  29,99 Euro
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Spielidee / Packungstext
 
Jeder Spieler versucht in seinem Zoo mit kleinen, großen, wilden und exotischen Tieren und ihren Jungen möglichst viele Besucher anzulocken. Doch Achtung, der Zoo will gut geplant sein. Denn schnell hat man zu viele Tiere und keinen Platz mehr für sie. Das gibt Minuspunkte! Aber zum Glück kann man seinen Zoo ja noch ausbauen. Ein zooiges Familienspiel, bei dem weiniger durchaus mehr sein kann...
 
Spielablauf
 
Die Spielvorbereitung klingt komplizierter als sie ist. Spielt man zu fünft, werden die 112 quadratischen Plättchen (je 11 Plättchen von 8 Tierarten, je 3 von 4 verschiedenen Typen Verkaufsständen und 12 Münzplättchen) allesamt gut gemischt. 15 Plättchen werden abgezählt auf einen Stapel gelegt und mit einer roten Holzscheibe als letzter Stapel gekennzeichnet. Mit allen anderen Plättchen bildet man ebenfalls verdeckt mehrere Stapel, Höhe und Anzahl der Plättchen sind hierbei beliebig. In die Tischmitte legt man offen die 16 runden Nachwuchsplättchen (je 2 pro Tierart). Für weniger als fünf Spieler nimmt man je fehlendem Spieler eine Tierart aus dem Spiel. Pro Mitspieler wird ein Transportwagen mit drei Ablagefächern für quadratische Plättchen in die Mitte gelegt - bei nur zwei Spielern nimmt man allerdings trotzdem drei Wagen, blockiert hier allerdings einmal ein Ablagefach, einmal zwei Fächer. Dann erhält jeder Spieler noch einen Zoo und eine Ausbauleiste - bei zwei Spielern erhalten beide je zwei Ausbauleisten - die er zunächst verdeckt neben seinen Zoo legt. Schließlich bekommt jeder noch eine Übersichtskarte und zwei der 30 vorhandenen Münzen aus Holz, die restlichen bilden die Bank.


Jeder Zoo besteht aus einem Stall und drei Gehegen unterschiedlicher Größe. In ein Gehege passen vier Tiere, in eines fünf, in eines sechs. Ziel ist es, so viele Punkte wie möglich zu erzielen, wobei nur am Ende abgerechnet wird. Hier erhält man dann eine am Gehege vermerkte Menge an Punkten, wenn das Gehege voll ist, und ein paar Punkte weniger, wenn ein markiertes Feld im Gehege leer geblieben ist. Natürlich dürfen wie im echten Zoo nur Tiere einer Art in ein Gehege. Fehlen zwei oder mehr Tiere in einem Gehege, bekommt man nur dann einen Punkt pro Tier-Plättchen, wenn ein Verkaufsstand am dafür vorgesehenen Platz am Gehege eingerichtet wurde. Für jeden verschiedenen Typ von an Gehegen platzierten Verkaufsständen bekommt man in der Endabrechnung zwei Bonuspunkte. Zwei Minuspunkte hingegen gibt es für jeden Typ Verkaufsstand im und jede Tierart im Stall.

Der Spielablauf erfordert etwas Strategie, ist aber ebenfalls einfacher als er klingen mag. Ist man an der Reihe, so muss man genau eine von drei möglichen Aktionen ausführen. Entweder nimmt man ein Plättchen von einem der Stapel (der letzte Stapel ist hierbei vorerst tabu) und legt es in einen Transportwagen, oder man nimmt einen Transportwagen an sich und steigt hiermit aus der Runde aus, oder aber man führt eine Geldaktion aus. Die Übersichtskarte zeigt hierbei die möglichen Geldaktionen und ihren Preis an. Für einen Umbau (Versetzen eines Plättchens oder Tauschen zweier Tierarten in seinem Zoo) zahlt man eine Münze, für den Kauf eines Plättchens aus einem fremden Stall oder die Abgabe eines Plättchens aus dem eigenen zahlt man zwei Münzen, für den Ausbau seines Zoos durch umdrehen der Ausbauleiste zahlt man drei Münzen - erhält hierdurch aber ein weiteres Gehege für fünf Tier-Plättchen. Wie bekommt man mehr als die zwei Startmünzen? Indem man entweder einen Wagen nimmt, in dem ein Münzplättchen liegt, oder aber die Gehege komplett füllt, bei denen hierfür ein oder zwei Bonusmünzen angezeigt sind. Auch erhält man eine der beiden Münzen, wenn aus dem eigenen Stall ein Tier herausgekauft wird. Nimmt man einen Transportwagen (der hierfür nicht voll sein muss, aber auch nicht leer sein darf) an sich und steigt hiermit aus der Runde aus, so muss man die darauf abgelegten Plättchen in seinen Zoo legen. Hierbei kann es vorkommen, dass man Tiere oder Verkaufsstände in den Stall legen muss, da kein geeignetes Feld mehr verfügbar ist. Auch kann es sein, dass man ein Tierbaby dazu bekommt, falls man jeweils ein mit weiblichem und männlichem Symbol gekennzeichnetes Tier gleicher art im Gehege hat. Hat man eine der erstgenannten drei Aktionen ausgeführt, ist der nächste Spieler an der Reihe. Eine Runde endet, wenn jeder Spieler einen Transportwagen an sich genommen hat. Wer dies zuletzt getan hat, beginnt eine neue Runde. Wenn alle Stapel bis auf den gekennzeichneten letzten leer sind, wird die Runde wird dann noch mit Plättchen dieses Stapels beendet und mit ihr das Spiel. Nun wird gewertet, und wer am meisten Punkte hat, ist der Sieger.
 
Meinung
 
Für "Zooloretto" hat Michael Schacht einige Prinzipien seines 2003 erschienenen Kartenspiels "Coloretto" übernommen und geschickt mit zusätzlichen Elementen in ein richtiges Gesellschftsspiel verwandelt. Das Ganze hat sich gelohnt - "Zooloretto" wurde als "Spiel des Jahres 2007" ausgezeichnet. Dies verwundert zwar etwas, da Spiele wie z.B. das ebenfalls 2007 veröffentlichte "Colosseum" doch eher dem großen strategischen Gesellschaftsspiel entsprechen, aber vielleicht ist es gerade die Mischung aus relativ einfacher Spielfolge und strategischem Denken, die hier belohnt wurde. Denn ohne Strategie kommt man als Zoodirektor nicht aus. Wann lohnt sich der Ausbau des Zoos? Deckt man lieber ein neues Plättchen auf oder nimmt man einen Wagen, um sich gute Plättchen zu sichern, die einem vielleicht neue Münzen bringen könnten oder durch einen Verkaufsstand mehr Sicherheit in der Endwertung? Oder führt man eine Geldaktion aus? Auch muss man schauen, dass man nicht gerade ein Tierbaby bekommt, wenn das Gehege voll ist - denn dieses müsste dann direkt in den Stall wandern. Und Münzen zu horten bringt einem auch eher wenig, denn diese gehen am Ende nur bei Gleichstand mit in die Wertung ein. Ein Spiel, welches recht unkompliziert ist, nicht zu lange dauert und Spaß bereitet - aber nicht innovativ genug für das Spiel des Jahres.




(Tobi)