ZUG UM ZUG EUROPA
Erfinder:  Alan R. Moon
Verlag:  Days Of Wonder
Erstveröffentlichung:  2006
Anzahl der Spieler:  2-5
Alter der Mitspieler:  ab 8 Jahren
Spieldauer:  30-60 Minuten
Unverb. Preisempf.:  34,90 Euro
Website zum Spiel:  www.zugumzug.com
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Spielidee / Packungstext
 
Von den schroffen Hügeln bei Edinburgh zur sonnenüberfluteten Hafenanlage von Konstantinopel, von den staubigen Gassen Pamplonas zu einem zugigen Bahnhof in Berlin - Zug um Zug Europa entführt Sie zu einem neuen Zug-Abenteuer durch die großen europäischen Städte zur Zeit der Jahrhundertwende.

Wollen Sie eine Fahrt durch die finsteren Tunnels in der Schweiz riskieren? Wagen Sie sich an Bord einer Fähre auf dem Schwarzen Meer? Oder errichten Sie große Bahnhöfe in den Hauptstädten der alten Reiche? Vielleicht werden Sie schon durch Ihren nächsten Zug Europas bedeutendster Bahnmagnat!

Packen Sie Ihren Koffer, rufen Sie den Gepäckträger und steigen Sie ein!
 
Spielablauf
 
Ziel des Spiels ist es, am Ende die meisten Punkte gesammelt zu haben. Auf dem Spielplan sieht man Europa um das Jahr 1900 herum, dazu wichtige Städte und mögliche Eisenbahnverbindungen zwischen ihnen. Jeder Mitspieler erhält Zielkarten, die bestimmen, welche Städte er miteinander verbinden soll und wie viele Punkte er hierfür am Ende erhält - oder auch abgezogen bekommt, falls es ihm nicht gelungen ist. Im Laufe des Spiels zieht ein Spieler Farbkarten vom Stapel oder von fünf davor offen ausliegenden Karten. Um eine Eisenbahnstrecke zu bauen, was Punkte einbringt, muss der Spieler eine bestimmte Anzahl an Karten einer durch den Plan vorgegebenen Farbe gesammelt haben. Die meisten Strecken dürfen nur einmal gebaut werden, d.h. baut jemand anderes hier zuerst, muss man einen Umweg gehen - oder man nutzt einen Bahnhof (siehe nächster Absatz). Nur zwischen wenigen Städten gibt es (ab vier Spielern) zwei mögliche Strecken, man sollte also nicht zu lange warten, hat man es auf eine bestimmte Strecke abgesehen. Neben den Farben-Karten gibt es auch Joker, die man anstelle einer fehlenden Farbkarte einsetzen kann. Wenn man die durch die Zielkarten vorgegebenen Städte miteinander verbunden hat, keine Chance mehr hierzu sieht oder aber sich gerne neue Ziele setzen möchte, so kann man auch neue Zielkarten ziehen, wobei man von drei gezogenen zwei zurück geben darf, eine aber muss man mindestens behalten, zwei neue Städte also mindestens miteinander verbinden. Zum Schluss erhält der Spieler mit der längsten selbst gebauten Strecke noch zehn Bonuspunkte.


Im Gegensatz zu "Zug um Zug" gibt es bei der europäischen Variante abgesehen vom geografisch anders gelagerten Spielplan einige Neuerungen. Einige Strecken sind als Fährverbindungen ausgewiesen, hier benötigt man mindestens einen, wenn nicht sogar zwei Joker, um sie bauen zu können. Zudem gibt es Tunnelstrecken, bei denen man mit etwas Pech noch zusätzliche Karten gleicher Farbe ausspielen muss, um diese wirklich bauen zu können. Und es gibt drei Bahnhöfe pro Spieler, für deren Einsatz man eine, zwei oder drei Karten gleicher Farbe ausspielen muss - dies kann sich lohnen, denn obwohl man am Ende vier Punkte pro gebautem Bahnhof abgezogen bekommt, kann man mit seiner Hilfe auch eine Strecke nutzen, die ein Mitspieler gebaut hat.
 
Meinung
 
"Zug um Zug" war schon ein klasse Spiel, welches viel Freude bereitet hat - nicht umsonst das "Spiel des Jahres 2004". Nun also "Zug um Zug Europa", und dieses ist weit mehr als ein Abklatsch mit abweichender Landkarte. Durch die neuen Fährverbindungen gewinnen die Joker an Wichtigkeit, und bei den Tunneln weiß man nie genau, wie viele Karten der Farbe man nun wirklich benötigen wird - was einen auch mal scheitern lässt. Auch die Erfindung der Bahnhöfe war eine gute Idee - wartet man zu lange, bevor man sie einsetzt, stellt vielleicht jemand anderes plötzlich auf die betreffende Stadt einen Bahnhof und der Plan ist zunicht gemacht, oder das Spiel geht schneller vorbei als erwartet und man kommt nicht mehr dazu, alle geplanten Züge auszuführen. Stellt man seine Bahnhöfe zu früh, fehlen sie einem vielleicht am Schluss - außerdem zählen die hierdurch genutzten Fremdstrecken nicht zur Wertung für die längste Bahnstrecke. Nicht zu vergessen ist eine neue Regelung für die Zielkarten, denn es gibt nur noch sechs lange (sehr viele Punkte bringende) Strecken, die so verteilt werden, dass jeder nur eine Strecke hiervon erhält. Ob er diese Städte dann verbinden möchte oder die Karte abgibt (sie kommt nicht wieder in den Zielkartenstapel), bleibt dem Spieler überlassen. Somit aber ist ein Gleichgewicht geschaffen worden, während bei "Zug um Zug" jemand noch mehrere lange Zielstrecken erhalten konnte. Insgesamt also eine Verbesserung eines sowieso schon tollen Spiels, welches nun noch mehr Spaß bereitet. Eine Anmerkung noch zur Spieldauer, welche mit 30-60 Minuten sehr gerafft angegeben ist - man kann auch schon mal 90 Minuten und mehr spielen, wenn man sich nicht hetzt. Am meisten Spaß macht das Spiel mit drei oder mehr Mitspielern. Daumen nach oben - ab die Fahrt!




(Tobi)