Home Film “Ein Minecraft Film” – ein recht austauschbares Abenteuer in der bekannten Spielewelt

“Ein Minecraft Film” – ein recht austauschbares Abenteuer in der bekannten Spielewelt

Autor: Tobi

"Ein Minecraft Film" Filmplakat (© 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.)

Ein Minecraft Film

Darsteller: Jack Black, Jason Momoa, Emma Myers, Danielle Brooks
Regie: Jared Hess
Dauer: 101 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.warnerbros.de/de-de/filme/minecraft
Facebook: facebook.com/WarnerBrosDE
Instagram: instagram.com/warnerbrosde
Kinostart: 3. April 2025


Wenn man bei manchen Streifen grübelt, wer denn wohl eigentlich die Zielgruppe sein mag, ist dies bei “Ein Minecraft Film” schnell beantwortet – vor allem sind es diejenigen, die “Minecraft” als meistverkauftes Videospiel aller Zeiten zocken, wie die Jugend sagt … oder vielleicht auch nicht mehr, da kommt man als Mensch mittleren Alters ja sprachlich kaum nach. Nun nimmt uns also eine Live-Action-Verfilmung mit in die klotzartig gebaute Welt des Spiels, und für diese wurden mit Jack Black und Jason Momoa zwei bestens bekannte Schauspieler gewonnen.

Black sehen wir als Steve, der schon als Junge immer mal die nahgelegene Mine erforschen wollte, aber nicht durfte. Als Erwachsener holt er dies angeödet vom realen Leben nun nach und entdeckt dabei einen aus zwei Teilen bestehenden, mystisch leuchtenden Zauberwürfel, der ihn in eine andere Welt befördert – die Oberwelt. Hier besteht die Natur aus Klötzen, man kann per flotter Handbewegung quadratische Dinge generieren und somit Gebäude oder was auch immer bauen und auch die Tiere wie Bienen, Pandas oder Schafe kommen würfelartig daher. Zudem ist es möglich, kleine Gegenstände zu kombinieren und mittels Draufschlagen zu anderen Dingen zu machen, wie zum Beispiel Schwertern. Kein Wunder, dass hier auch immer wieder mal von Dingsbums die Rede ist, Definitionen wären manchmal überflüssig.

Steve hat sich hier gut eingelebt, bis plötzlich unerwartet noch ein menschliches Quartett in der Oberwelt ankommt. Der einstige Gaming-Held und jetzt in seinem schlecht besuchten Laden als “The Garbage Man” auf bessere Zeiten wartende Garrett Garrison (Momoa), die als Waisen in neuer Umgebung noch nach Orientierung suchenden Geschwister Natalie (Emma Myers) und Henry (Sebastian Hansen) sowie Maklerin Dawn (Danielle Brooks) landen durch ein mysteriöses Portal bei Steve, und da diese wieder in die Realwelt zurück wollen machen sie sich mit ihm auf die Mission, den Zauberwürfel, der eigentlich eine Kugel sein soll, wiederzufinden, wofür sie in die höllenähnliche Nether-Unterwelt müssen, in der Kampfschweine es auf sie abgesehen haben.

"Ein Minecraft Film" Szenenbild (© 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.)

(© 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.)

Die Handlung klingt nicht sonderlich innovativ und wird eigentlich auch nur dadurch besonders, dass sie sich in der klotzigen “Minecraft”-Welt abspielt. Nun ist es allerdings so, dass Spieler – zu denen ich selbst nicht zähle – wie mein 15-jähriger Sohn hier natürlich einiges wiedererkennen, anderes aber bemängeln. So gibt es im Spiel keinen Anführer der bösen Schweine und das Ziel ist hier, den Boss in der dritten, “Das Ende” genannten Dimension zu besiegen, die im Film gar nicht erst betreten wird, was er als etwas enttäuschend ansah. Statt dessen gelangt einer der dösigen Villager durch das Portal in die Menschenwelt, wo sich die frisch geschiedene und auf Männersuche befindliche Schul-Vize-Direktorin Marlene (Jennifer Coolidge) an ihn heranmacht – eine recht dümmliche und völlig überflüssige Side-Story, die eigentlich nur den Zweck hat, Coolidge irgendwie im Streifen zu platzieren.

Regisseur Jared Hess (“Napoleon Dynamite”) serviert mit “Ein Minecraft Film” ansonsten einen recht rasanten Bissen, der sogar kleine Lied-Momente für Jack Black – bekanntlich ja auch Musiker – aufbietet. Dieser kann in puncto (Over-)Acting mit am Spiel gehaltenem türkis-hellblauem Oberteil und dunkelblauer Hose sowie weit mehr Bart als Steve mal wieder die kubistische Sau rauslassen, und Jason Momoa ist als dümmlicher Typ mit femininer Seite gewöhnungsbedürftig anzuschauen.

Nach und nach büßt die insgesamt ordentlich umgesetzte Spielewelt ihre Faszination ein, während man ein ansonsten recht austauschbares Abenteuer konsumiert, wobei man erwähnen sollte, dass hin und wieder auch mal Gags funktionieren und man sich gut unterhalten fühlt, wenn auch nicht oft genug – und die CGI-Effekte wissen auch nicht immer zu überzeugen. Der spielenden Zielgruppe mag der Film gefallen, anderen vermutlich eher weniger – wobei es kontraproduktiv sein dürfte, dass er erst ab 12 Jahren freigegeben ist, sind die SpielerInnen doch oft jünger und dürfen nun nur mit Erziehungsberechtigtem in den Kinosaal.

Trailer:

Bewertung: 5 von 10 Punkten

 

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