Monsters Of Liedermaching
“Setzen, Sekt!”
(CD, Merchcowboy Records, 2025)
Wenn sich eine Band Monsters Of Liedermaching nennt, dann weiß man schon, dass es humorvoll zugehen dürfte. In diesem Fall weiß man es schon recht lange, sind Rüdiger Bierhorst, Jens Burger, Peer “Pensen Paletti” Jensen, Jan “Labörnski” Labinski, Frederik “Fred” Timm und Torsten “Der flotte Totte” Kühn doch schon seit 2003 zusammen am Start, wobei die Liedermacher bei ihren Konzerten zumeist alleine, mal auch in kleinen Gruppen musizieren, so gut wie nie aber in voller Mannstärke bei einzelnen Stücken.
Ganz am Anfang sollten sie eigentlich beim Hamburger “Rockspektakel” nacheinander spielen, setzten sich dann aber zusammen auf die Bühne – und so war die Idee der Monsters geboren. Seitdem treten sie immer wieder mal so auf, z.B. jedes Jahr beim Open Flair Festival in Eschwege, wo sie nur 2014 fehlten, als sie sich auf ihre Solo- oder anderen Bandprojekte konzentrierten. Nachdem schon mehr als zehn Livealben – und 2017 mit “Für alle” ein einziges Studioalbum – veröffentlicht wurden, gibt es nun mit “Setzen, Sekt!” die neueste Sammlung von im Konzert mitgeschnittenen Liedern.

Monsters of Liedermaching live (© Olb in Concert)
Zwölf Stücke findet man auf den 34 Minuten der Scheibe, und mit “Paracetamol” eröffnet ein schmissiges Party-Lied, das mit kurzen Gemeinschafts-Gesangsfetzen nach Band klingt, auch wenn nur Burger hier flott die Gitarre spielt. Im folgenden “Ein guter Freund” bietet Fred zu Piano seine Dienste an, wenn mal jemand gebraucht wird, mit dem man sich betrinken kann und bei dem man dann auch auf der Couch pennen kann, wenn es zu lang wird.
Zu “Arbeit” zupft Pensen dann wieder die Gitarre, pfeift fröhlich und erklärt, dass man ja das Malochern auch mal lassen und zu Hause bleiben könnte. Aber was wird dann aus einem? “Meine Karriere” umreißt Rüdiger in sechs Strophen, bevor Labörnski “Ich find Singen nicht so toll” beichtet, weil er halt nicht weiß, was er denn singen soll.
Mehr auf flottere Stimmung setzt dann Totte mit “Katzen hassen”, wobei es nicht um Tierverachtung geht, sondern darum, dass keiner seine Songs mehr hasst als seine vierbeinigen Haustiere. Im wieder erzählerisch getragener daher kommenden “Entscheide du” erzählt Pensen aus einem typischem Zusammenleben, wo man auch mal was ganz anderes sagt als denkt. Und “Wenn ich schön wär” fände das Burger das aber dann doch unfair, wo er doch schon genug anderes kann.
Witzig bleibt es mit “Lieder ohne Text”, das Rüdiger auf Grund einer Schreibblockade wieder ausgegraben sowie umgetextet hat und wo das Publikum auch schnell die Titelzeile mitsingen kann, während er über große Komponisten wie Mozart, Dvořák oder H.P. Baxxter von Scooter philosophiert. Mit dem vorwurfsvollen “Du machst wieder nicht mit” biegt Labörnski dann auch schon ins Finale der Scheibe ein, in dem dann Totte beim flotten “Pommes mit Spinat” zum Pogo auffordert und abschließend Fred mit dem gegen viele Gitarrenstücke unterlegenen Piano in “Erster Eindruck” zwischen Melancholie und Hoffnung von einer ersten Begegnung mit einem Beutel Hundescheiße in der Hand berichtet. Keine Frage, “Setzen, Sekt!” lässt sich wieder gut anhören, und auch wenn der Witz des ersten Abspielens natürlich nicht mehrfach zündet, dann macht auch diese Scheibe mit ihren gut zusammen passenden, sympathischen Fast-komplett-Solo-Stücken sechs verschiedener Musiker doch Spaß und Lust, sich die Monsters of Liedermaching mal live anzusehen.
Das geht dann auch direkt zur Veröffentlichung des Albums wieder, denn hier sind die Monsters of Liedermaching live zu erleben:
03.04.2025 Bremen, Kulturbahnhof Vegesack
04.04.2025 Koblenz, Circus Maximus
05.04.2025 Düsseldorf, Capitol Theater
06.04.2025 Bielefeld, Forum
07.04.2025 Gronau, rock´n´popmuseum
08.04.2025 Schweinfurt, Stattbahnhof
09.04.2025 Stuttgart, clubCANN
10.04.2025 Aschaffenburg, Colos-Saal
11.04.2025 München, Backstage Arena
12.04.2025 Kaiserslautern, Kammgarn
25.04.2025 Leipzig, Felsenkeller
26.04.2025 Eschwege, E-Werk
30.04.2025 Hamburg, Logo
01.05.2025 Hamburg, Logo (Katerkonzert)
02.05.2025 Hamburg, Logo (Konterkonzert)
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